Chandelier
Tire Tracks - Kenneth Posey (von Susanne Titel)
Am 17.03.02 wurde die zweite CD von Ken Posey veröffentlich, der zuvor in Bremen als Jekyll&Hyde zu sehen war, aber auch bereits (neben vielen anderem) in "Phantom" in Hamburg und Basel auf der Bühne stand.
Seine Debut-CD "If I sing" war ein sensationeller Erfolg - bemerkenswert besonders in Zeiten, in denen die Plattenfirmen-Giganten eine unglaubliche Arroganz gegenüber dem Genre Musical an den Tag legen und selbst hochkarätig besetzte Cast-CDs nur nach langem Hin und Her veröffentlich werden, da angeblich "niemand" mehr Musical-CDs kaufe.
Anläßlich der Veröffentlichung von "Tire Tracks" fand am 17.03.02 im Berliner (noch)-"Glöckner"-Theater-Foyer eine CD-Präsentation statt, bei der neben Ken selber auch die beiden anderen Solisten der CD, Leah delos Santos und Sascha Th.G. Krebs anwesend waren, nebst etlichen anderen Mitwirkenden der CD. Nach einer kurzen Begrüßung durch Produzent Mark Holmes ergriff Ken selbst das Mikro, erzählte auf recht amüsante Weise vom Entstehungsprozeß der CD und stellte schließlich alle Beteiligten vor, die anschließend für Fotos posierten. Danach wurden die allerersten Exemplare von "Tire Tracks" verkauft und Ken, Leah und Sascha gaben Autogramme.
Zur CD selber: Ken bemerkte bei der Präsentation,"Tire Tracks" sei auf keinen Fall "If I sing" Teil II. Tatsächlich ist diese CD grundlegend anders, schon dadurch, das hier die neuen Medien genutzt wurden und so anstelle einer reinen Audio-CD eine Multi-Media-CD entstanden ist, die neben sechs Audio-Tracks ein kurzes Live-Video sowie Screensaver und schöne Fotos der Künstler beinhaltet. Die sechs Audio-Songs stammen aus den Shows "Whistle down the wind", "Aida" und der unverwüstlichen "Rocky Horror Show", also ausschließlich aus Rock-Musicals. Den Anfang macht der Titelsong der CD aus A.L. Webbers "Whistle down the wind".
Bei "Tire Tracks and broken hearts" singt Ken im Duett mit Leah delos Santos, die mit einer kräftigen Rock-Röhre überrascht - alle Achtung. Auch Ken's Stimme paßt zu den rockigen Songs ganz ausgezeichnet und man hört ihm mit jedem Moment den Spaß an, der ihm das Aufnehmen dieser CD offensichtlich bereitet hat. Bemerkenswert ist hier wie auf allen anderen Songs, das anstelle der sonst aus Kostengründen sehr beliebten Synthesizer acht sehr versierte Musiker zu hören sind, was insbesondere den recht aufwendigen Steinman-Kompositionen zu Gute kommt, wie auch bei "A kiss is a terrible thing to waste" zu hören ist, bei der Ken (und auch Leah) erneut brilliert.
"Elaborate lives" aus "Aida" (auch wieder mit Leah) könnte für meinen Geschmack mit einem Tick mehr Tempo daherkommen - eine schöne Ballade ist es allemal. Bei "Like father like son" geht es dann wieder schwungvoller zur Sache. Ken rockt hier mit Sascha Krebs um die Wette, das es eine wahre Freude ist. Der einzige reine Solo-Song der CD stammt aus Richard O'Brians Kult"Rocky Horror Show". Ken singt hier mit viel Gefühl das melancholische Lamento von Frank'n'Furter "I'm coming home".
Mit "Over at the Frankensteins place" enden die Audio-Songs mit einem echten Highlight. Auf diesem Song sind nochmals alle Solisten zu hören, er endet in einem großartigen Gospel-ähnlichen Finale (insgesamt wirkten 12 Backing-Sänger(innen) an dieser CD mit), dem man erneut den Riesenspaß der Beteiligten an dieser CD anhört. "Tire Tracks" ist ein äußerst erfrischendes und sehr innovatives CD-Projekt, das einen ähnlichen Erfolg wie "If I sing" verdient hat.